Edelsteinkunde

Diamanten

Diese werden nach den 4 C´s gehandelt:

  • Carat
  • Color 
  • Clarity
  • Cut

Carat: Gewicht

Das Gewicht jedes Edelsteins wird in "Carat" angegeben: 1 ct. = 0,2 g oder anders ausgedrückt: 1 g = 5 ct. Ursprünglich war ein Carat 0,205 g, wurde jedoch auf 0,2 g vereinfacht. Dieses Gewicht kam ursprünglich vom Gewicht des Samenkorns des Johannisbrotbaums welches immer 0,2 g beträgt.

Nicht verwechselt werden darf die Gewichtseinheit "Carat" mit der alten Feinheitsgehaltsangabe für Gold: "Karat" - 14 Karat war die alte Angabe für 585 Gold (=58,5% Feingold-Anteil) bzw. 18 Karat für 750 Gold (=75% Feingold-Anteil).

Color: Farbe

Diamanten werden in den Farben "D" bis "Z" gehandelt. "D" ist "feines Blau-Weiß" und wurde früher auch "River" genannt. "Z" wäre dann "Gelb" (wobei dieses Gelb nicht mit den Farbdiamanten zu verwechseln ist, die viel intensivere Farben aufweisen).

Zu Investmentzwecken eignen sich besonders die Farben D und E bis maximal G; im Schmuck wird sehr häufig noch die Farbe H verwendet; Wenn in Gelbgold gefasst erscheinen auch noch I und J relativ weiß, in Weißgold oder Platin fällt hier eine leichte Färbung auf.

Clarity: Reinheit

Diamanten werden in den Reinheitsgraden "IF" bis I3 gehandelt:

  • IF: "Internally Flawless", Lupenrein, der Fachmann sieht mit einer Lupe mit 10facher Vergrößerung keine Einschlüsse; am besten als Anlagestein geeignet.
  • VVS1 und VVS2: "Very very slight inclusions"
  • VS1 und VS2: "Very slight inclusions"
  • SI1 und SI2: "Slight inclusions": für seriöse Juweliere das Ende der Schmuckqualität
  • I1 bis I3: "Imperfect" oder "Included", manchmal auch "Piqué" genannt: hier kann auch der Laie mit freiem Auge schon Einschlüsse erkennen.

Cut: Schliff

Hier geht es um folgende Begriffe:

  • Polish: die Politur des Steins
  • Symmetry: die Symmetrie
  • Cut: die eigentliche Schliffqualität

Die einzelnen Punkte werden in jedem seriösen Zertifikat einzeln bewertet und zwar von "exzellent" bis "schlecht"; Für Anlagezwecke empfehle ich nur "exzellent" in allen drei Punkten; dies wird im internationalen Handel auch kurz mit "3 ex" bezeichnet.

Ein Diamant mit "3 ex" der nur H und SI1 ist wird viel besser funkeln als zB ein Stein G und VVS1 der einen Schliff aufweist, der mit "fair" bewertet ist.

Diamond Invest handelt nur Steine mit "3 ex"; als Beispiel: ein Stein mit drei Mal "very good" kostet rund 5% weniger als ein Stein mit "3 ex". 

Besonderheit: Floureszenz

Floureszenz bedeutet, dass ein Stein unter ultraviolettem Licht zu glimmen oder leuchten beginnt. Dieser Effekt bewirkt bei Diamanten dass diese Steine zB bei Kerzenschein am Abend wunderschön und "weißer" erscheinen als sie wirklich sind, bei Tageslicht jedoch oft "wolkig" aussehen obwohl zB ihre Reinheit hoch ist.

Der Effekt tritt vor allem oft bei Steinen mit der Herkunft Russland auf; im Handel ist Floureszenz durch die oft "wolkige" Erscheinung nicht hoch angesehen, deswegen empfehle ich vor allem Diamanten mit der Bezeichnung "non flourescence" zu kaufen.

Farbdiamanten (oder "Fancy Diamonds")

Farbdiamanten sind alle Diamanten mit intensiven Farben, die nicht weiß sind. Farbdiamanten kommen in gelb, blau, grün, pink oder sogar rot vor. Diese Färbung entsteht durch natürliche Strahlung im Erdinneren bei der Entstehung des Steins. Sie bestehen ebenfalls, wie die weißen Diamanten, aus reinem Kohlenstoff.

Leider sind am Markt viele Farbveränderte Diamanten erhältlich (durch künstliche Strahlung Farbverändert.) Da Fancy Diamonds sehr teuer sind, ist die Naturfarbe die durch ein internationales Zertifikat nachgewiesen werden muss, sehr wichtig. 

Grundsätzlich gilt: je intensiver die Farbe, je größer und je reiner der Stein, desto teurer ist er. Im Anlagebereich stellen Farbdiamanten eine sehr gute Abrundung des Portfolios dar.

Farbedelsteine

Für Farbedelsteine gilt grundsätzlich das unter "Diamanten" gesagte mit einigen Ergänzungen:

Es gibt für diese Steine keine exakt normierte Farbskala, stattdessen spricht man als Zeichen höchster Wertschätzung von "Taubenblutfarbenen" Rubinen oder "Kornblumenblauen" Saphiren. Im Gegensatz zum Diamanten spielt bei Farbedelsteinen der Fundort eine wichtige Rolle. 

Beim Saphir ist der am höchsten geschätzte Fundort die Kaschmir Region in Indien, gefolgt von Burma, dann Sir Lanka und Afrika. Bei Rubinen sind heute Burma und Mozambique gleich angesehen. 

Es ist auch völlig in Ordnung wenn Farbedelsteine Einschlüsse haben. Wenn Einschlüsse vorhanden sind, die unter der Lupe sichtbar und identifizierbar sind, zeigen diese dass der Stein nicht thermal behandelt ist. Werden Steine "gebrannt" dann verschwinden Einschlüsse oft komplett, es bleibt nur ein Palmenförmiger Einschluss von Gasbläschen zurück (verbrannte Einschlüsse). 

Daher sind schöne Einschlüsse, solange sie die Brillanz des Steins nicht stören, willkommen.